← Übersicht BWL
BWL · Probeklausur · Aufgabe 15

Güter: was sie auszeichnet

Kurz gesagt: Güter stiften Nutzen. Gesucht ist das Ende eines Satzes: Was macht ein Gut zu einem Gut? Die Antwort: Es nützt jemandem. Der Weg: erst klären, woher der Wunsch nach Gütern kommt (das Bedürfnis). Dann, was „Nutzen stiften“ heißt. Dann die drei Arten, wie jemand einen Nutzen von einem Gut hat: konsumieren, verarbeiten, bearbeiten. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit → geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Schritt 0 Die Aufgabe

15. Vervollständigen Sie den Satz: „Güter zeichnen sich dadurch aus, dass sie …“ (02 P)

Was die Aufgabe verlangt In eigenen Worten
Operator „Vervollständigen“ den angefangenen Satz sinnvoll zu Ende schreiben
Umfang bei 2 Punkten ein Nebensatz, aber mit allen Teilen: Nutzen und die drei Tätigkeiten
Gesucht das Merkmal, das jedes Gut hat

Der Weg: 1. Bedürfnis → 2. Nutzen → 3. konsumieren → 4. verarbeiten → 5. bearbeiten → 6. der fertige Satz.

Einordnung

warum es Güter gibt

Schritt 1 Am Anfang steht ein Bedürfnis

Bedürfnis Gut, das hilft
Hunger Brötchen
Kälte Winterjacke
zu lange Haare Haarschnitt beim Friseur

Ein Gut kann ein Gegenstand sein (Brötchen, Jacke) oder eine Leistung (Haarschnitt).

Schritt 2 Was „Nutzen stiften“ heißt

Nutzen = wie weit ein Gut ein Bedürfnis befriedigt
Brötchen → Hunger wird kleiner → das Brötchen stiftet Nutzen

„Stiften“ heißt hier: hervorbringen, bewirken. Ein verschimmelter Joghurt stiftet niemandem mehr Nutzen. Er ist deshalb kein Gut mehr.

Wer den Nutzen hat

drei Tätigkeiten

Schritt 3 Wer ein Gut konsumiert

konsumieren = ein Gut verbrauchen oder gebrauchen, um ein eigenes Bedürfnis zu befriedigen
Studentin isst ein Brötchen → Nutzen: sie ist satt
Student trägt eine Winterjacke → Nutzen: ihm ist warm

Schritt 4 Wer ein Gut verarbeitet

verarbeiten = aus einem Gut ein neues Gut herstellen; das alte geht im neuen auf
Bäckerei: Mehl + Wasser + Hefe → Brötchen
Nutzen für die Bäckerei: Sie kann die Brötchen verkaufen.

Schritt 5 Wer ein Gut bearbeitet

bearbeiten = ein vorhandenes Gut verändern; es bleibt dasselbe Gut
Werkstatt repariert ein Auto → danach ist es dasselbe Auto, nur wieder fahrbereit
Nutzen für die Werkstatt: Sie wird für die Reparatur bezahlt.
verarbeiten bearbeiten
Was danach da ist ein neues Gut (Brötchen) dasselbe Gut, verändert (Auto)
Ist das alte Gut noch zu erkennen? nein, das Mehl steckt im Brötchen ja

Diese Unterscheidung steht nicht in der Musterlösung. Sie hilft nur, die beiden Verben auseinanderzuhalten.

Schritt 6 Ergebnis

✓„Güter zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Lage sind, denjenigen einen Nutzen zu stiften, die sie konsumieren, verarbeiten oder bearbeiten.“
✓Probe: Das Mehl nützt der Bäckerei, die es verarbeitet. Das fertige Brötchen nützt der Studentin, die es konsumiert. Der Satz passt auf beide.
✓Gegenprobe: Der verschimmelte Joghurt nützt niemandem. Er ist kein Gut. Der Satz trennt also Güter von Dingen, die keine Güter sind.

So steht der Satz in der Musterlösung. In der Klausur zählen zwei Teile: der Nutzen und die drei Tätigkeiten konsumieren, verarbeiten, bearbeiten.

Merkhilfe: Ein Gut ist nur dann ein Gut, wenn es irgendjemandem nützt. Wem? Dem, der es konsumiert (isst das Brötchen), verarbeitet (macht aus Mehl Brötchen) oder bearbeitet (repariert das Auto).