Die Aufgabe gibt den Anfang eines Satzes vor. Sie sollen ihn zu Ende schreiben. Der Satz sagt,
was alle Güter gemeinsam haben.
Ein Gut ist alles, womit Menschen einen Wunsch erfüllen oder einen Mangel beheben
können. Das kann ein Gegenstand sein, etwa ein Brötchen. Es kann auch eine Leistung sein, etwa
ein Haarschnitt.
Für 2 Punkte reicht ein Satz. Er muss aber zwei Dinge enthalten: das Wort Nutzen und
die drei Tätigkeiten konsumieren, verarbeiten, bearbeiten.
Der Weg in fünf Schritten: 1. woher der Wunsch nach Gütern kommt. 2. was „Nutzen stiften“
bedeutet. 3.–5. die drei Tätigkeiten, je mit Beispiel. Danach steht der fertige Satz da.
Bedürfnis → Gut
Ein Bedürfnis ist das Gefühl, dass einem etwas fehlt, verbunden mit dem Wunsch, das
zu ändern. Beispiele: Sie haben Hunger. Ihnen ist kalt. Ihre Haare sind zu lang.
Ein Gut ist das Mittel, mit dem man ein Bedürfnis befriedigt. Gegen Hunger hilft
ein Brötchen. Gegen Kälte hilft eine Winterjacke. Gegen zu lange Haare hilft ein
Haarschnitt beim Friseur.
Warum dieser Schritt zuerst kommt: Ohne Bedürfnis will niemand ein Gut haben. Die ganze
Wirtschaft dreht sich darum, Bedürfnisse mit Gütern zu befriedigen.
Nutzen = wie weit ein Gut ein Bedürfnis befriedigt, direkt oder über den Verkauf
Nutzen ist das, was ein Gut für jemanden leistet: Es befriedigt ein Bedürfnis ganz
oder teilweise. Das Brötchen macht satt. Die Jacke hält warm.
„Nutzen stiften“ heißt: Nutzen hervorbringen, bewirken. Der Satz in der Aufgabe
verwendet genau dieses Wort.
Das ist das Merkmal, das jedes Gut hat. Ein Joghurt, der verschimmelt ist, stiftet
niemandem mehr Nutzen. Er ist deshalb auch kein Gut mehr.
Merke: Ohne Nutzen kein Gut. Ein Gut ist ein Gut, weil es jemandem nützt.
Nutzen hat nicht nur, wer selbst satt oder warm wird. Auch ein Unternehmen hat Nutzen von
einem Gut, wenn es damit etwas herstellen oder eine Leistung verkaufen kann.
Offen ist noch: Wem nützt es? Das beantworten die nächsten drei Schritte.
konsumieren: ein Gut verbrauchen oder gebrauchen, um ein eigenes Bedürfnis zu
befriedigen
Konsumieren heißt: Man nutzt ein Gut selbst, um ein eigenes Bedürfnis zu
befriedigen. Wer das tut, heißt Konsument oder Verbraucher.
Beispiel: Eine Studentin kauft in der Mensa ein Brötchen und isst es. Das Brötchen stiftet
ihr Nutzen, denn danach ist sie satt.
Konsumieren kann verbrauchen sein: Das Brötchen ist danach weg. Es kann auch
gebrauchen sein: Die Winterjacke hält viele Winter lang und nützt jedes Mal.
Das ist der Fall, an den man zuerst denkt. Die Musterlösung nennt aber noch zwei weitere.
verarbeiten: aus einem Gut ein neues Gut herstellen
Auch Unternehmen haben einen Nutzen von Gütern, obwohl sie sie nicht selbst konsumieren.
Verarbeiten heißt: Man setzt ein Gut als Material ein und stellt daraus ein
neues Gut her. Das alte Gut geht im neuen auf.
Beispiel: Eine Bäckerei kauft Mehl. Sie isst das Mehl nicht. Sie backt daraus zusammen mit
Wasser und Hefe Brötchen. Im fertigen Brötchen kann man das Mehl nicht mehr einzeln sehen.
Auch ein Unternehmen hat ein Bedürfnis: Es will Einnahmen erzielen. Das Mehl hilft der
Bäckerei dabei. Ohne Mehl gäbe es keine Brötchen, und ohne Brötchen hätte sie nichts zu
verkaufen. Das Mehl stiftet ihr also Nutzen, nur auf einem Umweg über den Verkauf.
bearbeiten: ein vorhandenes Gut verändern; es bleibt dasselbe Gut
Bearbeiten heißt: Man verändert ein Gut, das schon da ist. Es entsteht aber kein
neues Gut. Das Gut bleibt dasselbe.
Beispiel: Eine Kfz-Werkstatt repariert ein Auto. Danach ist es dasselbe Auto, nur wieder
fahrbereit. Weitere Beispiele: Eine Schneiderei kürzt eine Hose. Ein Handyladen tauscht
ein kaputtes Display aus.
Der Nutzen für die Werkstatt: Wie die Bäckerei will sie Einnahmen erzielen. Für die
Reparatur wird sie bezahlt. Das Auto stiftet ihr also Nutzen, wieder auf dem Umweg über
das Geld, das sie dafür bekommt.
Der Unterschied zu Schritt 4 steht in der Tabelle im Block von Schritt 5: Beim Verarbeiten
ist das alte Gut danach nicht mehr zu erkennen, beim Bearbeiten schon.
Güter stiften denen Nutzen, die sie konsumieren, verarbeiten oder bearbeiten
Der vollständige Satz steht im Block von Schritt 6. Er fasst den Weg zusammen:
- Menschen haben Bedürfnisse.
- Güter befriedigen sie, das heißt: Sie stiften Nutzen.
- Nutzen hat, wer das Gut konsumiert, verarbeitet oder bearbeitet.
Typische Fehler:
-
Nur „… dass sie Bedürfnisse befriedigen“ schreiben. Das stimmt, aber die drei Tätigkeiten
fehlen dann. Die Musterlösung nennt alle drei.
-
„Güter sind knapp“ schreiben. Knapp sind nur bestimmte Güter, die Wirtschaftsgüter. Das
ist Thema von Aufgabe 16. Luft zum Atmen stiftet Nutzen und ist trotzdem nicht knapp. Sie
ist ein Gut, aber ein freies Gut. So heißen Güter, von denen es genug für alle
gibt.
-
verarbeiten und bearbeiten verwechseln. Merkhilfe: verarbeiten macht aus dem Mehl
etwas Neues, bearbeiten repariert dasselbe Auto.