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BWL · Probeklausur · Aufgabe 2

Jede Branche hat ihre eigene Lehre

Gesucht sind sieben Lehren der Wirtschaftszweige. Ein Wirtschaftszweig ist eine Branche, also eine Gruppe von Betrieben, die Ähnliches anbieten: Industrie, Handel, Banken und so weiter. Für jede dieser Branchen gibt es ein Teilgebiet der BWL. Der Weg: erst klären, wo diese Lehren in der BWL stehen und warum man sie braucht, dann die sieben einzeln mit einem Beispiel aus dem Alltag. Rechts steht der ganze Lösungsweg, links die Erklärung zum aktuellen Schritt. Mit → geht es Schritt für Schritt voran. Ein Klick auf einen Schritt springt direkt dorthin.

Schritt 0 Die Aufgabe

2. Nennen Sie sieben unterschiedliche Lehren der Wirtschaftszweige. (03 P)

Teil der Aufgabe Was er verlangt
„Nennen“ aufzählen, ohne zu erklären
„sieben unterschiedliche“ sieben verschiedene Namen, keiner doppelt
„Lehren der Wirtschaftszweige“ Teilgebiete der speziellen BWL, je eines für eine Branche (Schritt 2)
3 Punkte laut Deckblatt etwa 3 Minuten Zeit: eine Liste reicht

Einordnung

wo die Lehren der Wirtschaftszweige stehen

Schritt 1 Allgemeine und spezielle BWL

Teil der BWL Worum es geht Beispielfrage
Allgemeine BWL was für jeden Betrieb gilt, egal welche Branche und Größe Wo ist der beste Standort?
Spezielle BWL die Besonderheiten eines Ausschnitts Was ist an einer Bank anders?

Die Lehren der Wirtschaftszweige gehören zur speziellen BWL.

Schritt 2 Was ein Wirtschaftszweig ist

gegliedert nach Leitfrage Beispiel Aufgabe
Funktionen Welche Aufgabe im Betrieb? Einkauf 1
Wirtschaftszweigen Welche Branche? Bank 2
Betriebsgrößen Wie groß ist der Betrieb? Konzern 3

Wirtschaftszweig = Branche = eine Gruppe von Betrieben, die ähnliche Güter oder Dienstleistungen anbieten.

Schritt 3 Warum jede Branche eine eigene Lehre braucht

Branche Beschaffung: was kommt herein? Absatz: was geht hinaus?
Industrie (Autowerk) Stahl, Reifen, Elektronik fertige Autos
Handel (Supermarkt) fertige Waren vom Hersteller dieselben Waren an die Kunden
Bank (Sparkasse) Geld, das Kunden anlegen Kredite

Dieselbe Aufgabe sieht in jeder Branche anders aus.

Güter herstellen und verteilen

Industrie und Handel

Schritt 4 Industriebetriebslehre

Betriebe stellen Sachgüter in großen Mengen mit Maschinen her
Beispiele Autowerk, Chemiewerk, Großbäckerei für Toastbrot
Besonderheit teure Anlagen, Fertigung in Serie

Schritt 5 Handelsbetriebslehre

Betriebe kaufen Waren ein und verkaufen sie weiter, ohne sie wesentlich zu verändern
Beispiele Supermarkt, Online-Shop, Großhändler für Bäckereibedarf
Besonderheit keine eigene Herstellung; wichtig sind Sortiment, Einkaufspreis, Lager, Standort

Geld und Risiko

Banken und Versicherungen

Schritt 6 Bankbetriebslehre

Betriebe nehmen Geld an, verleihen Geld, wickeln Zahlungen ab
Beispiele Sparkasse, Volksbank, Onlinebank
Besonderheit die „Ware“ ist Geld; Risiko, dass Kredite nicht zurückgezahlt werden

Schritt 7 Versicherungsbetriebslehre

Betriebe übernehmen Risiken gegen einen regelmäßigen Beitrag
Beispiele Haftpflicht-, Kfz-, Krankenversicherung
Besonderheit Kunde zahlt vorher; ob und wie viel die Versicherung zahlen muss, zeigt sich erst später

Freizeit und Information

Tourismus und Fremdenverkehr, Medien, Kultur

Schritt 8 Tourismus- und Fremdenverkehrsbetriebslehre

Betriebe ermöglichen Reisen und den Aufenthalt an fremden Orten
Beispiele Reiseveranstalter, Reisebüro, Hotel, Ferienpark
Besonderheit ein leeres Hotelzimmer von heute lässt sich morgen nicht mehr verkaufen; starke Schwankungen je nach Saison

Eine Lehre mit zwei Namen: „Fremdenverkehr“ ist das ältere deutsche Wort für Tourismus.

Schritt 9 Medienbetriebslehre

Betriebe stellen Inhalte her und verbreiten sie
Beispiele Zeitungsverlag, Fernsehsender, Radiosender, Streamingdienst
Besonderheit ein Inhalt wird einmal hergestellt und an sehr viele verbreitet; oft zwei Kundengruppen: Publikum und Werbekunden

Schritt 10 Kulturbetriebslehre

Betriebe bieten Kunst und Kultur an
Beispiele Theater, Museum, Orchester, Konzertveranstalter
Besonderheit viele gehören der Stadt oder dem Land und leben zu einem großen Teil von Zuschüssen; das Ziel ist oft das kulturelle Angebot, nicht der Gewinn

Schritt 11 Ergebnis

So steht es in der Klausur: Lehren der Wirtschaftszweige

✓Industriebetriebslehre
✓Handelsbetriebslehre
✓Bankbetriebslehre
✓Versicherungsbetriebslehre
✓Tourismus- und Fremdenverkehrsbetriebslehre
✓Medienbetriebslehre
✓Kulturbetriebslehre

Merkhilfe 2 + 2 + 3: Güter (Industrie, Handel) – Geld und Risiko (Bank, Versicherung) – Freizeit und Information (Tourismus und Fremdenverkehr, Medien, Kultur).

Kurzprobe vor dem Abgeben: Sind es genau die sieben Namen oben? Steht Tourismus und Fremdenverkehr nur einmal da? Ist keine Aufgabe im Betrieb dabei, etwa „Absatzwirtschaft“?